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Die Schwan Apotheke ist eine der ältesten Hamburger Apotheken. Geschichtlich lässt sich ihr Ursprung auf eine 1765 gegründete Apotheke zurückverfolgen, die sich in der Mattentwiete befand. Es folgten weitere Verlegungen in die Straße Beim Neuen Krahn (1798) und zum Gänsemarkt (1832). 1842 verlegte J.H.F.W. Mielck die Apotheke an ihren jetzigen Standort und gab ihr den Namen Schwan Apotheke. Bis 1965 übernahmen weitere Mitglieder der Familie Mielck die Apotheke. Seit 1909 gehörten Dr. Paul und Dr. med. Paul-Anton Runge zu ihren Mit- bzw. seit 1965 zu den alleinigen Inhabern. 1911 wurde für die Apotheke das Haus in der Dammtorstraße komplett neu errichtet. Seit dem Tode von P.-A. Runge 2006 wird die Apotheke von Dr. Maren Wack geleitet. Der Firmenname W. Mielck Schwan Apotheke, seit 1896 im Handelsregister eingetragen, wurde aus Tradition stets beibehalten.

Die Apotheke, die schon unter J.H.F.W. Mielck viel Kundschaft verzeichnete, nahm unter seinem Sohn W. H. Mielck einen enormen Aufschwung, was nicht nur auf die Bekanntschaft mit dem Dermatologen Dr. Unna zurückzuführen ist. W.H. Mielck war ein vielseitiger Mann, nicht nur Apotheker, sondern Naturwissenschaftler, Sprach- und Altertumsforscher. Als Apotheker verwirklichte er viele neue Ideen und war an der Entwicklung zahlreicher Arzneimittel und neuer Arzneiformen wie Salbenmulle, Torfmoospräparate, Salben, keratinierten Pillen sowie Mentholpasten beteiligt, die auf damaligen Gewerbe- und Industrie-Ausstellungen gewürdigt wurden. W.H. Mielck hielt nebenbei Vorlesungen in Botanik an der Hamburgischen Pharmazeutischen Lehranstalt und organisierte regelmäßig botanische Exkursionen. 

Sowohl der Gründer der Schwan Apotheke als auch dessen Nachfolger haben sich stets mit der Ausbildung von Lehrlingen befasst, da das Apothekenlabor im Keller der Apotheke zu der Zeit vorbildlich und optimal mit Geräten ausgestattet war. Die Praktikanten lernten nicht nur den üblichen Apothekenbetrieb kennen, sondern auch Methoden der pharmazeutischen Industrie, wie Herstellung von Extrakten, Tinkturen und Salben in großem Maßstab, Fabrikation von Tabletten und Dragees und die Herstellung von Injektionslösungen.

Das heutige Apothekengebäude wurde 1911 errichtet, da die Geschäftsräume v.a. für Apotheke und Laboratorium völlig unzureichend waren. Wir können voll stolz das damalige amtliche Besichtigungsprotokoll zitieren:

"Die im November 1911 vorgenommene amtliche Besichtigung ergab, dass sämtliche Betriebsräume derart zweckmäßig und großzü  gig angelegt und eingerichtet sind, dass es wohl kaum eine zweite Apotheke im Deutschen Reich geben dürfte, die etwas Ähnliches aufweisen kann."

Ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Schwan Apotheke betrifft die Zusammenarbeit mit der Firma Beiersdorf. Seit 1876 praktizierte der Dermatologe P.G. Unna in Hamburg und stellte zusammen mit dem Apotheker Bombelon Seifen und Pflastermulle her. Beiersdorf kaufte 1880 die Merkur-Apotheke und übernahm die Arbeiten Bombelons. So wurden z. B. die Glycerin-Leime im Jahr 1883 in den Arzneischatz eingeführt. Deren Herstellung übernahm zunächst W.H. Mielck in der Schwan Apotheke, der zusammen mit Unna bereits  keratinisierte Pillen und elastische Suspensorien besprochen und bearbeitet hatte. Unna profitierte einerseits von der Nähe seiner dermatologischen Praxis in der Großen Theaterstraße zur Schwan Apotheke andererseits lag seine berühmte Hautklinik in der Osterstraße in Eimsbüttel in der Nähe der Beiersdorfschen Merkur-Apotheke. Sowohl Beiersdorf und auch Mielck bearbeiteten freundschaftlich nebeneinander die zahlreichen Ideen Unnas. Noch heute stehen in unserer Offizin zwei Vasen, die die Fa. Beiersdorf den damaligen Inhabern zum Einzug in die neuen Apothekenräume 1912 schenkten. Sie tragen die Inschrift:

"Zieh deine Bahn, Du stolzer Schwan,

Den Leiden zur Wehr, Hammonia zur Ehr!"

Unna hatte das Recht, jederzeit in der Schwan Apotheke seine Experimente durchzuführen und auf die Herstellung auf die von ihm entwickelten Produkte Einfluss zu nehmen. Die wirtschaftliche Verwertung Unnas Ideen und Entwicklungen lag bei Beiersdorf und Mielck. Mielck war jedoch Wissenschaftler und dachte wenig wirtschaftlich. Und so gingen einige frühe Entwicklungen später in die Hände der Fa. Beiersdorf (z.B. Pebeco Zahnpasta, Eucerin, Leukoplast).

In den letzten Jahrzehnten waren viele Umbauarbeiten und Verkleinerungen der Apotheke nötig, da sich das Hauptgeschäft der Apotheke stark gewandelt hat. Die Eigenherstellung ist stark zurückgegangen, der räumliche Bedarf für die Unterbringung von Fertigarzneimitteln ist stark gestiegen. Bei allen Umbauarbeiten wurde aber darauf geachtet, den Charme der alten Apotheke nicht zu zerstören und trotzdem mit den modernsten Geräten und Methoden den Forderungen der Gesetze und den Ansprüchen der Behörden gerecht zu werden. 

Die Schwan Apotheke ist ein Beispiel für die Verbindung von Tradition und Moderne.